
Donald Trump und die Sache mit der Wahrheit
Frankfurter Rundschau
So unterschiedlich Giordano Bruno und Donald Trump sind, sie eint ein spezielles Verhältnis zur Lüge.
Frankfurt am Main - Eigentlich – so könnte man denken – haben die beiden ja herzlich wenig miteinander zu tun. Handelt sich doch um zwei vollkommen unterschiedliche Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, Donald Trump und Giordano Bruno.
Der eine wurde der Verbreitung von Unwahrheiten und Manipulation beschuldigt, der andere war Priester, Dichter, Philosoph und Astronom. Der eine war Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und entzieht sich trotzig und beständig diverser Gerichtsverfahren in den USA, der andere wurde am 17. Februar des Jahres 1600 auf dem Campo dei Fiori in Rom verbrannt, weil er trotzig und beständig behauptete, Jesus sei nicht Gottes Sohn und das Jüngste Gericht Mumpitz (wohl nicht wörtlich, aber sinngemäß).
Was soll der Vergleich? Der eine war schließlich ein Ehrenmann, der früh die Scharlatanerie der Geistlichkeit erkannte und als solche benannte und bis zu seinem Tod nicht davon abwich. Er wurde sogar im wahrsten Sinne des Wortes mundtot gemacht, denn damit er nicht zu den anwesenden Schaulustigen sprechen konnte, hatte man ihm bei seiner Hinrichtung die Zunge festgebunden. Der andere war und ist ein selbstgefälliger Schurke, der nicht nur zu Zeiten Giordano Brunos einen veritablen Kirchenfürsten hätte abgeben können.













