
„Die Gefahr, dass ich als Einziger im Knast lande, war sehr real“
Süddeutsche Zeitung
Sie wurde zum internationalen Medienstar, er blieb im Schatten. Ein Interview mit dem unscheinbaren Ex-Freund von Amanda Knox, Raffaele Sollecito, der 2007 mit ihr angeklagt wurde, in Perugia die Studentin Meredith Kercher ermordet zu haben.
Es gibt nicht viele Kriminalfälle, bei denen sich die öffentliche Wahrnehmung komplett gedreht hat. Der Fall Meredith Kercher ist so einer. Die 21 Jahre alte britische Austauschstudentin wurde im November 2007 im italienischen Perugia ermordet. Schon wenige Tage später präsentierten die Ermittler den Medien einen Erfolg. Der Fall sei gelöst, die Schuldigen hinter Gitter: Kerchers amerikanische Mitbewohnerin Amanda Knox und deren italienischer Freund Raffaele Sollecito. Es hieß, die beiden hätten Kercher in einem Rausch aus Sex und Drogen umgebracht. Medien auf der ganzen Welt stürzten sich auf den Fall. Amanda Knox wurde als „Engel mit den Eisaugen“ international bekannt. Sollecito, ein damals 23 Jahre alter IT-Student, blieb in ihrem Schatten. Er war weniger schillernd, weniger charismatisch, im Prozess wurde er als „Amandas Schoßhund“ und Mitläufer beschrieben.
