
„Das schmerzt“: Die Bilanz des deutschen Olympia-Teams
RTL
«Irgendwo zwischen Drama und Tragödie»: Das Olympia-Fazit des deutschen Teams wird durch die Trauer über viele knapp verpasste Medaillen belastet. Nur auf den Eiskanal ist noch Verlass.
„Irgendwo zwischen Drama und Tragödie“: Das Olympia-Fazit des deutschen Teams wird durch die Trauer über viele knapp verpasste Medaillen belastet. Nur auf den Eiskanal ist noch Verlass. Auf diese Sammlung von Holz und Blech hätte der Chef des deutschen Olympia-Teams sehr gern verzichtet. Immer wieder vierte Plätze statt Edelmetall für den Medaillenspiegel, das trübte die Bilanz von Olaf Tabor bei den Winterspielen in Italien. Diplomatisch mit „Freude, Stolz und einer kleinen Prise Ernüchterung“ beschrieb der Leistungssport-Vorstand des Deutschen Olympischen Sportbunds seine Gefühlswelt zum Ende der Wettbewerbe, bei denen die bislang größte DOSB-Delegation ihr Ziel in der Nationenwertung verpasst hat. Als das arg gerupfte Biathlon-Team dem traurigen Philipp Horn für Platz vier im Männer-Massenstart eine selbstgebastelte Plakette aus Pappe mit der Aufschrift „Sieger der Herzen“ umhängte, wirkte das wie ein Symbolbild für die deutschen Olympia-Tage. „Das schmerzt deswegen, weil es irgendwo zwischen Drama und Tragödie abgelaufen ist“, sagte Chef de Mission Tabor zur schwarzen Serie knapp geplatzter Medaillenträume. So reichte es nicht für die Top Drei im Länder-Klassement, wie es der DOSB vorgegeben hatte. Mehr noch als vor vier Jahren in Peking dominierte Norwegen an der Spitze, neben den USA und den Niederländern räumte berauscht vom Heimvorteil auch Gastgeber Italien kräftig ab. Es sei festzustellen, dass andere Top-Nationen „mit ihrem Medaillenpotenzial offenbar sorgsamer umgehen und da, wo es Chancen gibt, diese öfter in Edelmetall ummünzen“, sagte Tabor. Als mildernden Umstand macht die deutsche Teamführung geltend, dass die Zahl der Medaillen wie erhofft das Niveau der Corona-Spiele von Peking erreichte. Aber: Es gab deutlich weniger Gold, und mehr denn je musste sich das deutsche Team auf den Eiskanal verlassen. Fast drei Viertel der Medaillen trugen Rodler, Skeleton-Fahrer und Bobpiloten im Cortina Sliding Centre zur Ausbeute bei. In China 2022 waren es noch 12 von 27 gewesen.













