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Zwei Zentimeter großes Bakterium entdeckt

Zwei Zentimeter großes Bakterium entdeckt

DW
Friday, February 25, 2022 11:05:53 PM UTC

Ein Forscherteam ist in den karibischen Mangroven auf ein Bakterium gestoßen, das mit dem bloßen Auge sichtbar ist. Der Fund stellt das bisherige Wissen über Bakterien infrage.

Stell dir vor, du bist in Guadeloupe in der südlichen Karibik und beobachtest die Mangroven an der Küste. Dabei entdeckst du plötzlich ein kleines, fadenartiges Geschöpf. So erging es dem französischen Forscher Olivier Gros, der als Professor am Institut für Evolution und Biodiversität am Nationalen Naturkundemuseum in Paris arbeitet.

Gros untersuchte das Lebewesen mit seinen Kollegen im Labor und fand heraus: Es handelt sich nicht etwa um einen Mini-Wurm, sondern um ein Riesen-Bakterium – das mit Abstand größte, das Wissenschaftler bisher entdeckt haben. Die Erkenntnisse hat das Forscherteam nun in einer noch nicht in einem Fachmagazin erschienen Preprint-Studie veröffentlicht.

Gros und seine Kollegen verpassten dem Bakterium den Namen T. magnifica, was sich mit "großartig" übersetzen lässt. Ein durchaus treffender Name: Die größten Exemplare des Bakterienstamms, so maßen die Wissenschaftler, haben eine Länge von zwei Zentimetern. Das ist größer als eine Fliege und etwa 500 Mal größer als bisher bekannte Bakterien.

Bisher gingen Forscher davon aus, dass sich Bakterien nur mit einem Mikroskop und nicht mit dem bloßen Auge erkennen lassen. Das macht T. magnifica zu einem besonderen Fund. "Die Entdeckung ist fantastisch und augenöffnend", kommentiert Victor Nizet von der University of California in einem Artikel in der Zeitschrift Science.

Als Gros und seine Kollegen das Erbgut des neu entdeckten Bakteriums entschlüsselten, machten sie eine weitere überraschende Entdeckung. T.magnifica besitzt elf Millionen Basen, also DNA-Bausteine, und 11.000 Gene. Das sind Abschnitte auf der DNA, die Erbinformationen enthalten. Zum Vergleich: Die bisher bekannten Bakterien haben im Durchschnitt nur etwa vier Millionen Basen und rund 3900 Gene.

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