
Zwei Millionen Euro für Projekt in der Kohleregion
n-tv
Mit zwei Millionen Euro will der Bund ein Projekt in Halle fördern, das sich mit dem Selbstverständnis der Menschen in der Kohleregion auseinandersetzt. Wie gehen die Forscher das an?
Halle (dpa/sa) - Wie kann Strukturwandel positiv vermittelt werden? Welches Selbstverständnis haben die Menschen in der Kohleregion von Sachsen-Anhalt? Mit diesen Fragen wollen sich das Institut für Strukturwandel und Transformation der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Verein Werkleitz auseinandersetzen. Dafür stellt der Bund insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung.
"Meine Vermutung ist, dass einige Angst vor großer Veränderung haben - dabei sind wir doch längst auf dem Weg in eine neue Zukunft", sagte Jonathan Everts vom Institut für Strukturwandel und Nachhaltigkeit der MLU am Freitag im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Das Projektteam, das sich selbst als "Agentur für Aufbruch" bezeichnet, will deshalb erforschen, wie Menschen Strukturwandel verstehen und herausfinden, wie Transformation erlebt und gestaltet wird. Zur Finanzierung des Projekts brachte Ministerpräsident Reiner Haseloff am Freitag einen Fördermittelbescheid nach Halle.
Konkret wollen Künstler und Forscher ihr Vorhaben über verschiedene Teilprojekte umsetzen. So sollen Studierende Menschen aus dem Mitteldeutschen Revier in Text und Bild porträtieren. Dabei sollen ihre aktuellen Bedürfnisse und Realitäten im Vordergrund stehen. "Wir reden viel über das, was war, und das, was vielleicht sein wird, aber wenig über das Jetzt", sagte Everts, der das Projekt gemeinsam mit dem Direktor von Werkleitz, Daniel Herrmann, leitet. "Aber das ist wichtig, immerhin leben wir darin." Das Revier umfasst in Sachsen-Anhalt fünf Regionen: die Stadt Halle, den Landkreis Anhalt-Bitterfeld, den Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz und den Saalekreis.
