
Zentrum zur neuen Wertschätzung alter Schriften eröffnet
n-tv
Für mittelalterliche Handschriften ist Trier national eine wichtige Adresse. Rund 1300 werden dort aufbewahrt. Sie stehen nun im Fokus eines neuen Internationalen Handschriftenzentrums.
Trier (dpa/lrs) - Sie sind oft über 1000 Jahre alt und von höchstem Wert: die Handschriften "Codex Egberti", "Ada-Evangeliar" und "Trierer Apokalypse". Diese gehören zum reichen Mittelalter-Fundus der Stadt Trier in ihrer Wissenschaftlichen Bibliothek. Dort eröffnete die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag ein Internationales Zentrum für Handschriftenforschung, das die historische Schätze verstärkt in den Blick nehmen soll.
Trier besitzt in Rheinland-Pfalz bei weitem die meisten Handschriften aus dem Mittelalter: Von insgesamt rund 3100 vorhandenen Schriften des Landes werden rund 1300 in Trier aufbewahrt. "Der Landesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, dieses kulturelle Erbe zu bewahren und es für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen", sagte Dreyer beim Festakt zur Eröffnung.
Ziel sei es, in den nächsten Jahren den gesamten historischen Bestand zu digitalisieren, eine Datenbank aller Schriftstücke aufzubauen und die Infrastruktur vor Ort für Studierende und Forschende zu verbessern. Das Zentrum werde verstärkt Tagungen über die Bestände anbieten, sagte Bibliotheksdirektor Michael Embach. Zudem sollten Nachwuchswissenschaftler für kurze Aufenthalte gewonnen werden. "Auch national und international sind wir sehr gut aufgestellt."
