
"Wir haben alle keine Lust, über unsere Endlichkeit nachzudenken"
n-tv
Alena Buyx - vielen sagt der Name noch etwas aus der Zeit, als Buyx Vorsitzende des Deutschen Ethikrats war. Weniger können die meisten mit ihrem Fachgebiet, der Medizinethik, anfangen. Dabei sind die Fragen, die sich dabei stellen, für alle wichtig. Buyx hat deshalb ein Buch geschrieben: "Leben und Sterben" erklärt einiges, fragt aber vor allem viel. Denn jede ethische Frage, die gesellschaftlich geklärt werden soll, muss auch jeder einzelne für sich beantworten.
ntv.de: Was ist die medizinethische Frage, die die meisten Menschen derzeit umtreibt?
Alena Buyx: Die zwei Grundfragen sind: Wie will ich leben und wie will ich sterben? Die erste fällt eher in den Bereich der privaten Lebensführung, aber auch schon in den Bereich von Medizin, Krankheit und Gesundheit. Und die zweite ist natürlich ganz zentral für mein Fach. 70 Prozent der Menschen sterben in Einrichtungen des Gesundheitswesens und entschlafen nicht unbedingt sanft im Bett, so wie sie sich das wünschen. Elf Prozent der Deutschen sterben sogar künstlich beatmet.
