
Wie Rechtsaußen Kalbitz sich jetzt doch noch in der AfD halten will
Die Welt
Das Berliner Landgericht hat eine Klage des früheren Brandenburger AfD-Chefs Andreas Kalbitz gegen die Annullierung seiner Parteimitgliedschaft zurückgewiesen. Im Hintergrund arbeitet der Rechtsaußen-Politiker jedoch bereits an einem Comeback. Die Chancen stehen nicht schlecht.
Vor dreieinhalb Jahren, im September 2018, kam der damalige AfD-Parteichef Jörg Meuthen zu einer erstaunlichen Charakterisierung. Über seinen damaligen Bundesvorstandskollegen und Brandenburger AfD-Chef Andreas Kalbitz sagte er in der ARD-Sendung „Kontraste“: „Wir haben es mit einem hochgebildeten, hoch reflektieren Menschen zu tun, der eine hervorragende Parteiarbeit leistet. Alles, wirklich alles, widerstrebt mir, Herrn Kalbitz in irgendeiner Form Rechtsextremismus anzuhängen.“
Damals war bereits bekannt, dass Kalbitz im Jahr 2007 an einem Lager der neonazistischen und 2009 verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) teilnahm. Kalbitz gab dies zu – erwähnte jedoch nicht, dass er bereits 1993 am Camp teilnahm und in der Vergangenheit Bezüge zu zahlreichen weiteren rechtsextremen Organisationen aufwies. Laut Verfassungsschutz war Kalbitz „über Jahrzehnte“ im organisierten Rechtsextremismus verwurzelt.

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












