
Wie erziehe ich mein Kind antirassistisch?
n-tv
Viele Eltern möchten, dass ihre Kinder anderen Menschen ohne Vorurteile begegnen und sie nicht wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion ablehnen und ausgrenzen. Aber wie können Eltern ihre Kinder für Vielfalt und gegen Rassismus sensibilisieren? Eine Soziologin weiß Rat.
Was heißt es, seine Kinder antirassistisch zu erziehen? "Bei einer antirassistischen Erziehung geht es darum, Kinder darauf vorzubereiten, dass es Rassismus gibt und ihnen bewusst entsprechende Botschaften nicht mitzugeben", sagt Nkechi Madubuko, Autorin ("Erziehung zur Vielfalt"), Soziologin und Diversitätstrainerin. Das ist eine große Aufgabe, denn Rassismus ist in der Gesellschaft tief verankert. Ob in der Schule, in Bilderbüchern oder durch eine abwertende Bemerkung in der Nachbarschaft: Kinder, die der Mehrheitsgesellschaft angehören, kommen immer wieder mit der Botschaft in Kontakt, dass es Menschen gibt, die vermeintlich anders seien als sie - etwa wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Religion.
Ziel einer antirassistischen Erziehung ist es, dass Kinder andere Menschen nicht wegen bestimmter Merkmale ablehnen. "Dazu gehört auch, dass Eltern ihren Kindern beibringen, Solidarität zu zeigen, wenn sie mitbekommen, dass jemand ausgegrenzt wird", sagt Madubuko. In Familien, die selbst Rassismus erleben, verfolgt die Erziehung laut Madubuko ein anderes Ziel: Hier geht es um "Empowerment", also darum, die Kinder stark zu machen. Denn: Nicht mitspielen zu dürfen oder trotz deutscher Identität ständig die Frage "Woher kommst du wirklich?" gestellt zu bekommen, stärkt das Gefühl, nicht dazuzugehören.
