
Widerstand gegen Taliban im afghanischen Pandschir-Tal
DW
Handstreichartig haben die Taliban die Macht in Afghanistan an sich gerissen. Fast nirgendwo sind sie auf Gegenwehr gestoßen. Allein im Pandschir-Tal formiert sich Widerstand.
Seit dem Wochenende haben die Taliban die Macht in Afghanistan übernommen. Nur im 150 Kilometer nordöstlich von Kabul gelegene Pandschir-Tal formiert sich Widerstand. Dorthin haben sich auch der geflüchtete Vizepräsident der Regierung Ghani, Amrullah Saleh, und der ehemalige Verteidigungsminsiter Bismillah Mohammadi zurückgezogen. Saleh beansprucht für sich die Präsidentschaft, da Ghani das Land verlassen hat, und erklärte auf Twitter: "Ich werde mich niemals und unter keinen Umständen den terroristischen Taliban beugen. Ich werde meine Seele und das Erbe meines Kommandanten und Führers, der Legende Ahmad Shah Masud, niemals verraten." Das Pandschir-Tal ("Tal der fünf Löwen") hat in der Geschichte Afghanistans immer wieder eine entscheidende Rolle für den Widerstand gespielt, denn seine besondere Geographie schließt es gegen den Rest des Landes fast vollständig ab. Der einzige Zugang führt über einen schmalen Durchgang, den der Pandschir-Fluss geschaffen hat. Der Flaschenhals lässt sich militärisch leicht verteidigen. Die meisten der bis zu 150.000 Einwohner des Tals gehören der Ethnien der Tadschiken an, während der Großteil der Taliban den Paschtunen zugerechnet werden müssen. Das Tal ist außerdem bekannt für seine Smaragde, die in der Vergangenheit auch immer für die Finanzierung des Widerstands genutzt wurden. Vor der Machtergreifung der Taliban hatte die gleichnamige Provinz Pandschir mehrfach mehr Autonomie von der Zentralregierung gefordert.More Related News
