
Wenn Neonazis mit Bajonett und Machete zum „Grenzgang“ losziehen
Die Welt
Rechtsextreme machen wegen der Migration über die Belarus-Route mobil: Dutzende Neonazis kommen im deutsch-polnischen Grenzgebiet zu einer „Patrouille“ gegen Zuwanderer zusammen – vermummt und bewaffnet. In Guben herrscht deshalb Alarmstimmung. WELT ist in der Nacht vor Ort.
Hält man sich im brandenburgischen Guben eine Weile auf, sieht man immer wieder kleine Gruppen von Migranten, auf deutscher und auf polnischer Seite. So auch an diesem Wochenende in einem Außenbezirk von Guben: Vier junge Männer stehen auf einer Wärmefolie, sie tragen Mundschutz, halten ihre Arme hinter dem Kopf verschränkt. Sie sind umringt von Polizisten.
Die rechtsextreme Kleinstpartei Der III. Weg will die zunehmende Migration über die Belarus-Route nach Deutschland für ihre Zwecke nutzen – und ruft deshalb zum „Grenzgang“ auf. Bildet sich da eine Bürgerwehr, die das Gewaltmonopol des Staates untergräbt?

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












