
Wenn der Schmerz nicht mehr endet
Die Welt
Vor vier Jahren verloren die Martinis aus Berlin ihre Tochter bei einem Autounfall. Sie starb, weil ein Polizist mit Autobahntempo durch die Innenstadt zu einem Einsatz raste. Eine Regelung, wie schnell er fahren durfte, gibt es nicht.
Britta Martini, 50 Jahre alt, zierlich, blonde Harre, müde Augen, zuckt zusammen, als zwei blaue Opel-Streifenwagen der Berliner Polizei mit Blaulicht die Straße entlangrasen. Die beiden Fahrzeuge schießen aus einem Tunnel in Berlin-Mitte. Die Straße ist mehrspurig und schlängelt sich durch das Zentrum.
Hier, zwischen Alexanderplatz und Rotem Rathaus, ist die Hauptstadt immer voll und laut. Seit drei Jahren wird die Straße umgestaltet und hat sich in eine riesige Baustelle verwandelt. Alles wirkt noch unübersichtlicher. Beinahe geht sie deswegen zwischen Autostau und Baustellenzaun unter: die kleine künstliche Grabstelle mit Holzzaun und Rindenmulch.

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












