
Wöller: Sorge vor Radikalisierung der Corona-Proteste wächst
n-tv
Das Bundesland mit der geringsten Impfquote liegt bei Protesten gegen Corona-Schutzmaßnahmen mit an der Spitze. Sachsen gibt in der Corona-Krise ein äußert widersprüchliches Bild ab.
Dresden (dpa/sn) - Eine Impfpflicht in Deutschland kann nach Ansicht des sächsischen Innenministers Roland Wöller (CDU) die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen weiter anheizen. "Mit zunehmender Dauer der Pandemie hat sich die Szene radikalisiert", sagte Wöller der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Die Pandemie habe Spuren hinterlassen, Existenzen vernichtet oder Menschen an den Rand ihrer Existenz gebracht. Eine psychologische Belastung gebe es auch für Leute, die wie etwa Ärzte, Schwestern oder Pflegekräfte bis zur Erschöpfung arbeiten.
"Mancher Unmut wird nun bei den Corona-Protesten sichtbar. Rechtsextremen, Reichsbürgern und Selbstverwaltern gelingt es zunehmend, in die bürgerliche Mitte vorzudringen", sagte Wöller. Die Menge der Demonstranten sei heterogen. Rentner und Eltern mit Kindern würden Seite an Seite mit Rechtsextremisten marschieren. "Der Protest vermischt sich. Das macht mir große Sorgen." Tiefes Misstrauen gegenüber dem Staat existiere vor allem in Ostdeutschland. "Es mag viele Gründe für Enttäuschungen geben. Es gibt aber keine Entschuldigung für Gewalt, Hass und Hetze."
