
Von Intensivstationen, Märchen und Selbstdarstellern
n-tv
Die 111. Tour de France ist beendet. Und hat wieder einmal für viele Geschichten gesorgt: Von den Rekorden Tadej Pogacars über Jonas Vingegaard, der von der Intensivstation aufs Podest fährt, bis hin zum Fan-Liebling Binim Girmay - und jämmerlichen Selbstdarstellern. Die Glanzlichter und Enttäuschungen des größten Rennens der Welt.
Tadej Pogacar: Jüngster Dreifach-Sieger der Tour-Geschichte. Erster Profi seit 26 Jahren, der Giro und Tour in einem Jahr gewonnen hat. Und das sind nur die härtesten der harten Fakten. Pogacar dominierte die Tour von Anfang bis Ende, fuhr immer offensiv, verwaltete nie. Eine Augenweide, höchst unterhaltsam, auf und neben dem Rad. Der Slowene ist ein Bilderbuch-Champion.
Jonas Vingegaard: Von der Intensivstation aufs Tour-Podest. Noch immer spekuliert die Radsportwelt darüber, wie schwer Vingegaards Verletzungen von der Baskenland-Rundfahrt im April nun wirklich waren. Dennoch: Der Däne ließ alles auf dem Rad, kämpfte drei Wochen lang - wenngleich meist in der Defensive. Ein topfitter Vingegaard gegen einen topfitten Pogacar bei der Tour 2025 - das wäre ein Traumduell.
Binim Girmay: Die Feelgood-Story der Tour. Ein Eritreer wurde zum überragenden Sprinter, gewann drei Etappen, das Grüne Trikot und mit seiner sagenhaften Nahbarkeit die Herzen der Fans. In Eritreas Hauptstadt tanzten die Menschen vor den Cafés auf den Straßen, "Bini" ist dort Volksheld. Afrika drängt in die Radsport-Weltklasse, die WM 2025 findet in Ruanda statt. Eine fantastische Entwicklung.
