
Vom Ende der Harmonie
Die Welt
Bei der RBB-„Wahlarena“ gingen die Berliner Spitzenkandidatinnen Franziska Giffey (SPD) und Bettina Jarasch (Grüne) heftig aufeinander los – etwa, als es um die Bürgerbeteiligung bei der Verkehrswende ging. Der Wahlkampf hat seine Spuren hinterlassen.
Ein wenig abgegessen wirkten die Spitzenkandidaten zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am Dienstagabend schon, als sie in der „Wahlarena“ des RBB aufeinander losgelassen wurden. In den letzten Wochen hatte es ordentlich gekracht zwischen den Noch-Koalitionären von Rot-Rot-Grün, selbst die sonst wenig zimperliche Parteijugend sprach von einem „ruppigen Wahlkampf“.
Rigoros hatte sich SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey (SPD) mit ihrem laut Eigendarstellung „bürgerlichen, pragmatischen und lösungsorentierten Programm“ von den bisherigen Partnern abgesetzt. Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch erklärte die Abstimmung am Sonntag offen zur „Richtungswahl zwischen Fortschritt und Stillstand“, Grünen-Landeschef Werner Graf warf Giffey gar „Aufpuffliberalismus“ vor. Nach fortgesetzter Gemeinsamkeit sah das nicht aus.

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












