
Vasektomie ist emotional für Männer
n-tv
Meist kommt die Überlegung Ende 30, Anfang 40, nach abgeschlossener Familienplanung: Wie soll es weitergehen mit der Verhütung? Manch ein Mann kommt dann ins Grübeln, ob eine Sterilisation das Richtige sein könnte. Keine einfache Entscheidung.
Das Thema kam immer mal wieder auf, meistens brachte Heiko Ottos Partnerin es auf den Tisch - jetzt, nach der Geburt ihres dritten Kindes, wieder häufiger. Die Rede ist von Sterilisation beim Mann, Vasektomie heißt dieser Eingriff in der Medizin. "Die anderen Verhütungsmethoden haben alle irgendeinen Haken, und bei Frauen ist die Sterilisation ein größerer Eingriff als bei Männern", sagt Otto. "Die Verantwortung für die Verhütung tragen ja oft die Frauen, das ist nicht ganz fair. Meine Partnerin fände es gut, wenn ich es machen lassen würde." Aber der 41-Jährige ist sich unsicher, spricht von einer "Findungsphase".
"Irgendetwas löst das in mir aus", sagt der Berliner. "Gar nicht so sehr verbunden mit der Angst vor dem Eingriff selbst, auch wenn das ein bisschen mit reinspielt. Es hat so etwas Endgültiges." Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt, um sicherzustellen, dass ein Mann keine Kinder mehr zeugen kann. Der Eingriff könne in den ersten zwei bis drei Jahren noch mit sehr guten Erfolgschancen rückgängig gemacht werden, aber danach werde es immer schwieriger, sagt Urologe Marc Armbruster aus Kornwestheim in Baden-Württemberg. "Es ist ein Schritt, der als endgültig zu betrachten ist." Die wenigsten Männer wollten es hinterher wieder rückgängig machen.
Das Thema Vasektomie habe ganz viele verschiedene Ebenen, sagt Timo Storck, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie. "Bei der Frage 'Was macht das mit mir?' kann man sich auf anatomischer oder rationaler Ebene vielleicht gut beruhigen, indem man sich die Fakten ansieht."
