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USA tauschen Taliban-Geisel aus

USA tauschen Taliban-Geisel aus

DW
Monday, September 19, 2022 03:57:59 PM UTC

Der Preis ist hoch: Einer der gefährlichsten Drogenbosse der Welt ist wieder frei - und zurück in Afghanistan. Dafür entließen die Taliban einen US-Bauunternehmer, der mehr als zwei Jahre lang als Geisel gehalten wurde.

Die USA haben den führenden afghanischen Drogenbaron Bashir Nursai aus dem Gefängnis entlassen. Nursai wurde nach seiner Freilassung von den Taliban in der afghanischen Hauptstadt Kabul empfangen. Im Gegenzug ließen die Taliban den US-Amerikaner Mark Frerichs frei. Der Bauunternehmer und Marineveteran hatte mehr als ein Jahrzehnt als ziviler Auftragnehmer in Afghanistan verbracht, bevor er im Januar 2020 entführt und vermutlich von dem mit den Taliban verbundenen Haqqani-Netzwerk festgehalten worden war.

Bashir Nursai hatte die Taliban während ihrer ersten Herrschaft in den 1990er Jahren mit Waffen beliefert und ließ sich in den frühen 2000er Jahren von den Amerikanern als Geheimagent anwerben. Zuvor waren die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan einmarschiert. 2005 wurde Nursai in den Staaten jedoch wegen Heroinschmuggels festgenommen und 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt. Für das FBI war er zu diesem Zeitpunkt einer der mächtigsten und gefährlichsten Drogenbosse der Welt.

Der Gefangenenaustausch zählt zu den bedeutendsten, die unter der Regierung von Joe Biden stattgefunden haben. Er erfolgte fünf Monate nach einer separaten Vereinbarung mit Russland, die zur Freilassung des Marineveteranen Trevor Reed führte. Der Austausch fand statt, obwohl seine Familie und andere Befürworter befürchteten, dass der Abzug des US-Militärs aus Afghanistan und der Zusammenbruch der dortigen Regierung seine Heimkehr erschweren und die Aufmerksamkeit von seiner Gefangenschaft ablenken könnten.

Doch auch nach dem Friedensvertrag von 2020 zwischen den USA und den Taliban in Doha wurden Tausende Talibankämpfer und -unterstützer aus dem Gefängnis entlassen. Nicht zuletzt deswegen stieß der Friedensvertrag auf scharfe Kritik in Afghanistan. Nach Ansicht vieler Afghanen ebnete dieser den Siegeszug für die Taliban.

Im August 2021 - nach dem chaotischen Rückzug der NATO-Truppen - übernahmen die militanten Islamisten wieder die Macht in Afghanistan. Ohne die Taliban wäre seine Freilassung "unmöglich" gewesen, sagte Nursai. US-Vertreter äußerten sich bislang nicht dazu.

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