
US-Inflationsgespenst lugt um die Ecke
n-tv
Die Konjunktur nimmt wieder Fahrt auf, doch von Vollbeschäftigung sind die USA noch meilenweit entfernt. Der Aufholprozess läuft nur schleppend und ein Preisschub schürt Ängste. Die Fed wird nicht müde, die Gemüter zu besänftigen - doch Jobkrise und Inflation sind eine tückische Kombination.
Ein Millionenheer an Arbeitslosen, steigende Inflation und Schlangen an den Zapfsäulen: In den USA werden derzeit Erinnerungen an die 70er Jahre wach, die von ähnlichen Problemen geprägt waren. Zwar sind die Ursachen heute nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie anders als damals. Doch dürften im Weißen Haus wenige Monate nach dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden die Alarmsirenen schrillen, zumal die von billionenschweren Konjunkturspritzen ausgelösten Wachstumsfantasien vergangenen Monat durch maue Wirtschaftsdaten gedämpft wurden: "Wenn es noch so einen Monat wie den April gibt, besteht Anlass zur Sorge", warnt Chefökonom Gregory Daco vom Analysehaus Oxford Economics. Noch immer fehlen gegenüber der Zeit vor Ausbruch der Coronakrise rund 7,5 Millionen Jobs. Wenn es weiter nur schleppende Fortschritte beim Stellenaufbau wie im vergangenen Monat geben sollte, könnte es noch Jahre dauern, bis der Jobmarkt sich erholt hat: Dabei stehen schon im November 2022 die Zwischenwahlen zum US-Kongress an, bei denen es für Bidens Demokraten darum geht, ihre Mehrheiten in beiden Parlamentskammern zu halten. Als abschreckendes Beispiel dürfte Biden das politische Schicksal eines seiner Vorgänger vor Augen stehen: Der zu Beginn seiner Amtszeit in der zweiten Hälfte der 70er Jahre von einer Welle der Popularität getragene demokratische Staatschef Jimmy Carter musste letztlich 1980 bei den Präsidentenwahlen eine krachende Niederlage einstecken - auch, weil er Inflation und Arbeitslosigkeit nicht in den Griff bekommen hatte.More Related News
