
Urteile nach Messerattacke - warum sie auch politisch sind
n-tv
Allein 11 der 13 Kinder aus der syrischen Familie sollen polizeibekannt sein. Nun ist der Prozess gegen drei Brüder in Stuttgart zu Ende gegangen. Warum das auch politisch wichtig ist.
Stuttgart (dpa/lsw) - Ein falscher Blick soll schon ausgereicht haben, eine Nichtigkeit vielleicht, damals, am frühen Abend und mitten auf der Königsstraße, der zentralen Stuttgarter Einkaufsmeile. Die drei Brüder fühlten sich provoziert, einer von ihnen zog ein Messer und stach zu, so sieht es zumindest die Kammer des Stuttgarter Landgerichts. Drei Menschen wurden bei dem Handgemenge vor einem Jahr verletzt, ein Opfer schwebte in Lebensgefahr.
Eine Straftat, eine Sache der Justiz. Aber der Prozess gegen die Männer, der nun mit Haftstrafen für die drei angeklagten Brüder zu Ende gegangen ist, ist deutlich mehr als nur eine Strafsache gewesen.
Wie der sprichwörtliche Elefant stand an jedem Verhandlungstag auch die politische Diskussion um gewalttätige Flüchtlinge und die für viele gescheiterte deutsche Migrationspolitik mitten im Raum. Denn die Brüder stammen aus einer syrischen Großfamilie, die durch deutlich mehr als 150 Anzeigen, Anklagen und auch durch Verurteilungen bei Polizei und Justiz aktenkundig ist.
