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UN: 274 Millionen Hilfsbedürftige weltweit

UN: 274 Millionen Hilfsbedürftige weltweit

DW
Thursday, December 02, 2021 09:49:48 AM UTC

Anhaltende Kriege, Klimakrise, Corona-Pandemie: Immer mehr Menschen brauchen nach Angaben der Vereinten Nationen Hilfe. Besonders betroffen sind Länder wie Äthiopien, Syrien, Myanmar, Jemen oder Afghanistan.

Im kommenden Jahr sind voraussichtlich 274 Millionen Kinder, Frauen und Männer - zusammen würden sie das viertbevölkerungsreichste Land der Welt bilden - auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen. Damit ist im Durchschnitt jeder 29. Erdenbewohner betroffen, wie der Leiter des UN-Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), Martin Griffiths, in Genf deutlich machte. Im Vergleich zu diesem Jahr sei dies ein Anstieg um 17 Prozent. Rund 45 Millionen Menschen sind nach seinen Worten von Hungersnöten bedroht.

Die Klimakrise treffe die am meisten gefährdeten Menschen der Welt zuerst und am schlimmsten. Langwierige Konflikte dauerten an, und die Instabilität habe sich in mehreren Teilen der Welt verschlimmert, erläuterte Griffiths. Die Pandemie sei noch nicht vorbei, und die armen Länder hätten keinen Impfstoff.

"Humanitäre Hilfe rettet Leben", betonte der Nothilfekoordinator. Die Menschen bräuchten einen Hoffnungsschimmer. Dennoch sei dies nur Teil einer Lösung. Konflikte müssten vor allem politisch gelöst werden.

Größte Sorgen bereitet den Vereinten Nationen (UN) derzeit die Lage in Äthiopien, wo Regierungssoldaten gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) kämpfen. Griffiths verwies zugleich aber auch auf Erfolge. Die UN hätten es geschafft, eine halbe Million Menschen im Südsudan vor einer Hungersnot bewahren. "Wir haben zehn Millionen Menschen im Jemen medizinisch versorgt und wir haben geholfen, Millionen Menschen in Myanmar zu impfen."

In Afghanistan benötigen nach seinen Angaben mehr als 24 Millionen Menschen lebensrettende Hilfe. Dies sei aufgrund der politischen Unruhen nach der Machtübernahme der radikalislamistischen Taliban, der Pandemie und der schlimmsten Dürre seit mehr als einer Generation nötig geworden. "Wir haben Afghanistan nie verlassen. Und wir sind jetzt dort mit einem geplanten Programm für 2022, das dreimal so groß ist wie das Programm in diesem Jahr", ergänzte er.

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