
Ukraine wirft Scholz "Appeasement"-Politik vor
n-tv
Erstmals seit fast zwei Jahren telefoniert Bundeskanzler Scholz mit dem russischen Präsidenten Putin. Aus der Ukraine kommt deutliche Kritik. Das Außenministerium zieht einen Vergleich zum Zweiten Weltkrieg. Präsident Selenskyj zufolge hat Scholz die "Büchse der Pandora" geöffnet.
Die Ukraine hat das Telefonat von Bundeskanzler Olaf Scholz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin scharf kritisiert. "Gespräche mit dem russischen Diktator allein bringen keinen Mehrwert für einen gerechten Frieden", teilte das ukrainische Außenministerium mit. Putin könne stattdessen Hoffnung schöpfen, seine internationale Isolation zu verringern. Nötig seien aber "konkrete und starke Aktionen, die ihn zum Frieden zwingen, und nicht Überzeugungsarbeit und Appeasement-Versuche, die er als Zeichen der Schwäche sieht und zu seinem Vorteil nutzt".
Als "Appeasement" wird eine Politik der Besänftigung demokratischer Staaten gegenüber aggressiven, autoritär regierten Nationen bezeichnet. Der Ausdruck geht auf die gescheiterte Politik des britischen Regierungschefs Neville Chamberlain gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg zurück.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, der Anruf habe die "Büchse der Pandora" geöffnet. "Jetzt kann es weitere Gespräche, weitere Anrufe geben. Nur viele Worte", sagte er in einer Videoansprache. Dies sei genau das, was Putin will. "Es ist extrem wichtig für ihn, seine Isolation, die Isolation Russlands, zu schwächen und normale Verhandlungen zu führen, die zu nichts führen werden."

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