
Ukraine meldet "Befreiung" der russischen Stadt Sudscha
n-tv
Ob Mariupol, Soledar oder Bachmut - was Russland als "Befreiung" bezeichnet, bedeutet oft Zerstörung. Jetzt dreht die Ukraine den Spieß um: Nach der Eroberung der russischen Stadt Sudscha übernimmt Kiew das gleiche Narrativ - doch bleibt der Ort dabei offenbar weitgehend unversehrt.
Die ukrainische Armee hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Stadt Sudscha in der russischen Grenzregion Kursk vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrsky habe "die Befreiung der Stadt Sudscha aus den Händen des russischen Militärs" gemeldet, teilte Selenskyj auf Telegram mit. Das Wort "Befreiung" ist eine Anspielung auf die russische Kriegspropaganda - wenn Russland ukrainische Orte erobert, sprechen russische Politiker und Medien von einer "Befreiung", selbst wenn diese Orte durch die Kreml-Armee vollständig zerstört werden.
Sudscha ist für die seit dem 6. August andauernde Offensive der ukrainischen Armee in Kursk strategisch wichtig. In der Kleinstadt mit ihren rund 5500 Bewohnern befindet sich die letzte Übergabestation für russisches Gas, das über die Ukraine nach Europa gelangt.
Syrsky teilte mit, die Armee habe in Sudscha eine Militärverwaltung etabliert. "Es wurde eine Militärkommandatur errichtet, um Recht und Ordnung zu sichern und den wichtigsten Bedürfnissen der Bevölkerung in den kontrollierten Gebieten gerecht zu werden", sagte er bei einem Treffen mit Selenskyj. Zudem solle sich die Kommandatur in der Region Kursk um die logistische Versorgung der Armee kümmern.
