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"Ukraine-Krieg hat uns schon 100 Milliarden gekostet"

"Ukraine-Krieg hat uns schon 100 Milliarden gekostet"

DW
Monday, February 20, 2023 05:18:59 PM UTC

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung erwartet durch den Ukraine-Krieg weiter steigende Kosten und hohe Wachstumsverluste. Auch der DIHK hat deutliche Wohlstandseinbußen in Deutschland errechnet.

"Der Ukraine-Krieg und die damit verbundene Explosion der Energiekosten hat Deutschland im Jahr 2022 knapp 2,5 Prozent oder 100 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung gekostet. Diese Kosten werden in den kommenden Jahren weiter wachsen", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, der Rheinischen Post

"Deutschland ist wirtschaftlich stärker von der Krise betroffen, weil es eine höhere Abhängigkeit von russischer Energie hatte, einen hohen Anteil an energieintensiver Industrie hat und extrem abhängig von Exporten und globalen Lieferketten ist", erklärte der DIW-Präsident.

Der Schaden für den Wirtschaftsstandort Deutschland sei noch nicht eingetreten, werde aber entstehen, wenn Unternehmen die ökologische, wirtschaftliche und digitale Transformation nicht beschleunigen, so Fratzscher weiter. Höhere Energiepreise werden aus Sicht Fratzschers die kommenden zehn Jahre ein deutlicher Wettbewerbsnachteil bleiben, den Politik und Unternehmen durch mehr Innovation und Produktivität kompensieren müssten.

Die Bundesregierung dürfe keinesfalls "den eingeschlagenen Weg massiver Subventionen für fossile Energieträger fortsetzen", sagte der Berliner Ökonom. "Der Energiepreisschock ist daher ein schmerzvoller, aber auch notwendiger Weckruf, der hoffentlich die Wirtschaft zu einer schnelleren Transformation bringen wird."

Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat ein Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auf einen Wohlstandsverlust in Deutschland verwiesen. Insgesamt dürften rund vier Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts seit Kriegsbeginn bis Ende 2023 verloren gehen. Damit würden rund 160 Milliarden Euro weniger erwirtschaftet - umgerechnet etwa 2000 Euro pro Kopf, hatte DIHK-Präsident Peter Adrian ebenfalls der Rheinischen Post gesagt.

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