Trumps Sondergesandter patzt regelmäßig: Warum das seinem Chef egal ist
ProSieben
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff steht nicht erst seit seinem jüngsten Moskau-Besuch in der Kritik. Warum US-Präsident Trump trotz mehrfacher diplomatischer Patzer an ihm festhält.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff steht nach einem jüngsten Treffen mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin in Moskau unter Beschuss. Die Gespräche, die sich um den Ukraine-Konflikt drehten, haben laut einem Bericht des "Wall Street Journal" für erhebliche Verwirrung gesorgt. Innerhalb weniger Tage kursierten drei unterschiedliche Interpretationen dessen, was Putin von den USA und der Ukraine gefordert habe. Zunächst war gegenüber den europäischen US-Verbündeten von einem Gebietstausch zwischen Russland und der Ukraine die Rede. In einem weiteren Telefonat hieß es dann Russland würde "sich zurückziehen und die Front einfrieren", wie "Spiegel Online" unter Berufung auf das US-Magazin berichtet. Als es auf Wunsch der verwirrten Europäer zu einem dritten Telefonat gekommen sei, musste Witkoff erneut zurückrudern. Das einzige Angebot des Kreml: eine Waffenruhe im Gegenzug für einen einseitigen Rückzug der Ukrainer aus Donezk. Trumps Mann für schwierige Missionen hatte in seinem Gespräch im Kreml also offenbar entscheidende Punkte nicht richtig verstanden. Diesen Vorschlag aber lehnten der ukrainische Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und seine europäischen Verbündeten umgehend ab. Einmal mehr zeigt sich: Witkoff, ein enger Vertrauter von Präsident Donald Trump, hat keinerlei diplomatische Erfahrung. Seine Rolle verdankt er einer jahrzehntelangen Freundschaft mit Trump. Doch während Kritiker wie der ehemalige US-Botschafter in Russland, Michael McFaul, Witkoffs "schädliche Inkompetenz" anprangern, bleibt Trump unbeeindruckt. Der Präsident bezeichnete die Gespräche von Witkoff mit Putin als "hochproduktiv" und verzichtete im Anschluss sogar auf geplante Sanktionsmaßnahmen gegen Russland.
