Trump in London: Wie seine MAGA-Bewegung die britische Politik erschüttert
ProSieben
US-Präsident Donald Trump sorgt mit seinem Besuch in Großbritannien für Schlagzeilen. Die enge Verbindung zu Rechtspopulist Nigel Farage und die Einmischungen seines Umfelds bringen Premier Keir Starmer in eine schwierige Lage.
Der Besuch von US-Präsident Donald Trump in Großbritannien sorgt für politische Spannungen. Das zeigt ein Bericht der "Tagesschau" auf. Während der Staatsbesuch mit royalem Pomp begann, zeigt sich demnach, dass Trump nicht als Freund der britischen Regierung auftritt. Stattdessen stärkt er bewusst Kräfte, die die demokratische Mitte des Landes angreifen. Besonders brisant ist seine Unterstützung für Nigel Farage, einen der schärfsten Kritiker des britischen Premiers Keir Starmer. Erst vor wenigen Tagen empfing Trump Farage im Weißen Haus, wo dieser Großbritannien unter Starmer als autoritären Staat bezeichnete. Farage inszeniert sich als Kämpfer für Meinungsfreiheit und greift dabei auf kontroverse Fälle wie den der Britin Lucy Conolly zurück. Diese war wegen eines Gewaltaufrufs auf der Plattform X zu 31 Monaten Haft verurteilt worden. Nach ihrer Entlassung im August wird sie von rechten Gruppen als "politische Gefangene" dargestellt. Farage greift Trumps Strategie auf, indem er radikale Maßnahmen wie ein "UK Deportation Command" fordert, das Massenabschiebungen durchsetzen soll. Solche Forderungen schüren Ängste in der diversen britischen Gesellschaft. Trump ist nicht der Einzige aus seinem Umfeld, der sich in Großbritanniens Politik einmischt. Sein Vizepräsident JD Vance nutzte einen Besuch in den Cotswolds, um Kontakte zu Gegner:innen der Starmer-Regierung zu knüpfen. Dabei machte er provokante Aussagen, wie die Warnung vor einer angeblichen "Übernahme" Großbritanniens durch die muslimische Bevölkerung – ein klarer Versuch, gesellschaftliche Spannungen zu verschärfen. Auch prominente Anhänger:innen der MAGA-Bewegung wie Elon Musk tragen zur Polarisierung bei. Der Tesla-Chef rief auf einer Demonstration von Rechtsextremen unverhohlen zur Gewalt auf: "Ob du für Gewalt bist oder nicht, sie kommt sowieso zu dir." Premier Starmer äußerte sich dazu besorgt und betonte die Notwendigkeit, gegen die zunehmende Spaltung im Land vorzugehen. "Das hat einen Schauer durch unser Land gejagt. Da sind jetzt Menschen, die nun mehr Angst haben als vorher. Ich verstehe das, und ich werde als britischer Premier und Chef der Labour-Partei für echten Patriotismus aufstehen, gegen dieses zunehmend polarisierende und toxische Chaos", zitiert die "Tagesschau" den Premierminister.
