
Tote nach landesweiten Unruhen im Iran
DW
Wieder gehen Tausende Menschen nach dem Tod von Mahsa Amini im Iran auf die Straße und protestieren - mindestens sechs Menschen sterben. Proteste werden jetzt auch aus Landesteilen gemeldet, die als "ruhig" gelten.
Die Unruhen im Iran weiten sich aus. Bei den landesweiten Protesten wurden nach Angaben iranischer Medien mindestens sechs Menschen getötet. Die in Norwegen ansässige kurdische Menschenrechtsgruppe Hengaw spricht sogar von mindestens acht Toten. Unter ihnen sollen mindestens ein Polizist und fünf Protestierende sein. Laut Hengaw gab es bei den Protesten seit Freitagabend insgesamt rund 450 Verletzte und 500 Festnahmen.
Auslöser der Demonstrationen ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini aus der Provinz Kurdistan nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei. Amini war am Dienstag vergangener Woche in der Hauptstadt Teheran festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch "unangemessen" trug. Nach ihrer Festnahme brach sie unter noch ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache zusammen und fiel ins Koma. Laut offiziellen Angaben starb sie am Freitag in einem Krankenhaus.
Dagegen hatte das Krankenhaus auf einem Instagram-Post am Samstag mitgeteilt, dass die Patientin bereits bei ihrer Ankunft hirntot gewesen sei. Dieses Statement wurde später gelöscht. Nach Polizeiangaben hatte die junge Frau einen Herzanfall. Menschenrechtsaktivisten zufolge hatte sie hingegen einen tödlichen Schlag auf den Kopf erlitten. Die Polizei weist die Vorwürfe entschieden zurück.
In der fünften Protestnacht weiteten sich die Proteste auf zahlreiche Städte im ganzen Land aus, darunter Teheran, Isfahan und Schiras. Die Demonstrierenden skandierten Slogans wie "Tod dem Diktator", "Frau, Leben, Freiheit" und "Nein zum Kopftuch, nein zum Turban, ja zu Freiheit und Gleichheit" und "Wir kämpfen, wir sterben, wir werden uns den Iran zurückholen."
Die iranische Polizei setzte Tränengas ein, um Ansammlungen von bis zu tausend Menschen aufzulösen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Die Demonstrierenden blockierten demnach den Verkehr, warfen Steine auf Sicherheitskräfte, zündeten Polizeifahrzeuge und Mülltonnen an. Viele Demonstrantinnen nahmen als Zeichen des Protests ihr Kopftuch ab und verbrannten es, andere schnitten sich die Haare ab, wie auf Videos im Internet zu sehen war.













