
Tim Merlier besiegt Jonathan Milan im Sprint der Giganten
n-tv
Es ist eine der schnellsten Etappen der Tour-Geschichte. Mit 50 km/h geht es für das Feld in Richtung Zentralmassiv. Eine lange Flucht, ein letzter Sprint: Tim Merlier gewinnt in der Hochburg der Sprinter. Der deutsche Meister stürzt und Dominator Pogacar verliert seinen wichtigsten Mann.
Als Tour-Rekordsprinter Mark Cavendish in "seinem" Châteauroux Etappensieger Tim Merlier gratulierte, strampelten Pascal Ackermann und Phil Bauhaus auf der Rolle etwas ratlos ihre Enttäuschung aus den Beinen. Auch auf dem letzten echten Flachabschnitt der 112. Tour de France hatte sich der Traum vom ersten Tageserfolg für die Sprint-Hoffnungsträger nicht erfüllt - das Warten auf das Ende des deutschen Siegfluchs geht weiter.
"Es ist meine dritte Tour, aber ich bin immer noch jedes Fall erschrocken, wie schnell das hier immer ist", sagte Bauhaus, der am Sonntag am Ende der 174,1 km langen 9. Etappe in die "Cavendish City" Châteauroux Siebter geworden war. Wie auch Ackermann auf Rang zwölf war Bauhaus im Vergleich mit den Top-Stars chancenlos geblieben.
Der Belgier Tim Merlier (Soudal Quick-Step) feierte seinen zweiten Tageserfolg, verwies in einem intensiven Massenspurt Italiens Sprint-Sensation Jonathan Milan (Lidl-Trek) und seinen Landsmann Arnaud De Lie (Lotto) auf die Plätze. Der letzte deutsche Tour-Tageserfolg liegt vier Jahre zurück, seit 80 Etappen sind die deutschen Fahrer in Frankreich sieglos. "Ich komme hier in Topform an, aber dann geht es nur darum, so schnell wie möglich zu sprinten", sagte Bauhaus. Viele Chancen dazu bleiben nicht mehr.
