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Teilmobilmachung in Russland: Was Frauen von Deserteuren berichten

Teilmobilmachung in Russland: Was Frauen von Deserteuren berichten

DW
Thursday, October 27, 2022 09:56:54 AM UTC

Seit Beginn der Teilmobilmachung in Russland sind viele Männer im wehrfähigen Alter ins Ausland geflohen, damit sie nicht zum Krieg gegen die Ukraine einberufen werden. Wie kommen ihre Frauen nun zurecht?

In der vierten Woche der Teilmobilmachung, die am 21. September begonnen hat, kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, dass diese bald abgeschlossen sein werde. Das genaue Datum nannte er aber nicht. In Moskau wurden die Rekrutierungsstellen inzwischen geschlossen, aber in vielen Regionen des Landes sind sie noch aktiv. Offiziellen Angaben zufolge sollen 300.000 Bürger in die russische Armee eingezogen werden. Davon seien 222.000 bereits einberufen worden, so Putin.

Viele Männer, die sich seit Ende September vor einer Einberufung verstecken, haben inzwischen Russland verlassen. Wie fühlen sich ihre Frauen, die in Russland geblieben sind? Drei haben der DW ihre Geschichte erzählt. Ihre Namen wurden aus Sicherheitsgründen geändert.

Daria, eine Texterin aus Tscheljabinsk im Südosten des Ural, hatte sich bis vor kurzem für Politik überhaupt nicht interessiert: "Ich habe mich nicht aufraffen können, herauszufinden, was fake und was echt ist." Sie betrachtete den Krieg als eine Katastrophe und versuchte, nicht an ihn zu denken. Sie verdrängte einfach das Problem. Doch als die Teilmobilmachung begann, bekam Daria Angst um ihren Ehemann Alexei. Sie studierte die Gesetze und entschied zusammen mit ihm, dass er das Land verlassen solle.

Alexei fuhr nach Kasachstan, weil er sich dort ohne einen Reisepass, den er nicht besitzt, aufhalten darf. Vor seiner Abreise schlief Daria nächtelang nicht. Sie übernahm alle Vorbereitungen, kümmerte sich um die Papiere, suchte eine Wohnung für ihren Mann und fand heraus, welchen Grenzübergang er am besten nehmen sollte.

Alexei richtete sich nach dem Plan seiner Frau und passierte die Grenze ohne Probleme. Jetzt wohnt er in einer Wohnung in der kasachischen Hauptstadt Astana und arbeitet dort als Fotograf. "Was die Arbeit, Kontakte und Aussichten angeht, läuft es dort noch besser als in Tscheljabinsk", so Daria.

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