
Strom, Gas, Heizöl: Energiepreise gehen durch die Decke
DW
Die Energiepreise in Deutschland sind 2021 so stark gestiegen wie nie und ziehen weiter an. Verbraucher wie Unternehmen leiden unter den hohen Belastungen.
Die Preise für Strom, Gas und Heizöl in Deutschland explodieren förmlich - und das ist auch eine Folge der Corona-Pandemie. Denn nach dem durch COVID-19 bedingten Einbruch der globalen Konjunktur 2020 führte die Erholung der Weltwirtschaft im Folgejahr zu einem unerwartet hohen Energiebedarf.
Innerhalb weniger Monate vervielfachte sich der Großhandelspreis für Erdgas und stieg auf ein historisches Allzeithoch. Ursache dafür waren und sind neben der steigenden Nachfrage auch wenig gefüllte Gasspeicher der Verbraucherländer, gedrosselte Exportmengen mancher Gasproduzenten und teurere CO2-Emissionszertifikate.
Die Einfuhrpreise für Erdgas, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gemessen werden, haben sich seit Jahresbeginn 2021 verdreifacht, teilt das Verbraucherportal Verivox in einer Studie mit. An den Spotmärkten, wo Gas kurzfristig gehandelt wird, haben sich danach die Preise für Erdgas im Jahresverlauf sogar mehr als versiebenfacht. Aktuell kostet dort eine Megawattstunde rund 150 Euro. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel bewegt sich der Preis je Megawattstunde zwischen 10 und 25 Euro.
Laut Verivox lagen die Gaskosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Dezember 2021 bei durchschnittlich 1704 Euro pro Jahr. Zu Jahresbeginn betrugen sie noch 1162 Euro. Das ist ein Anstieg von 47 Prozent.
"2022 werden weitere preistreibende Effekte wirksam", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Neben den Großhandelspreisen steige auch die CO2-Abgabe für fossile Brennstoffe ab Januar von 25 auf 30 Euro pro Tonne. Darüber hinaus werden höhere Netzgebühren fällig. Das zwinge fast alle Gasversorger dazu, ihre Preise teilweise kräftig nach oben anzupassen.
