Stiftung Patientenschutz: Organspende-Register verfehlt Ziel
ProSieben
Anlässlich des Tags der Organspende kritisiert die Deutsche Stiftung Patientenschutz das zentrale Online-Register. Es habe sein Ziel, die Spendenbereitschaft zu erhöhen, meilenweit verfehlt.
Im Ringen um mehr Organspenden mahnt die Deutsche Stiftung Patientenschutz bessere Aufklärung und Mitwirkungsmöglichkeiten für die Bürger:innen an. Es sei enttäuschend, dass die staatlichen Angebote dazu unzureichend seien, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur zum Tag der Organspende am Samstag (7. Juni). So verfehle das zentrale Online-Register zur Spendenbereitschaft sein Ziel meilenweit. "Den Menschen wird die Eintragung viel zu kompliziert gemacht", sagte Brysch. Daher müssten - wie 2020 vom Bundestag beschlossen - auch Pass- und Ausweisstellen an das Register angebunden werden. "Der Blockadehaltung der Landesregierungen gegen bestehendes Gesetz ist ein Ende zu setzen." In dem vor gut einem Jahr gestarteten Register haben inzwischen rund 319.200 Menschen Erklärungen zu ihrer generellen Spendenbereitschaft festgehalten. Dabei stimmten 82,9 Prozent Organentnahmen nach dem Tod uneingeschränkt zu, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als Betreiber auf Anfrage mitteilte. Einen Widerspruch dokumentierten 8,1 Prozent. Dass sie einzelne Organe von einer Spende ausschließen, erklärten demnach 6,3 Prozent. Weitere 1,7 Prozent benannten eine Person, die die Entscheidung treffen soll. Eine Spende auf einzelne Organe beschränken wollen 0,9 Prozent.
