So teuer ist der Strom in Deutschland im weltweiten Vergleich
ProSieben
Deutschland belegt im internationalen Stromkostenvergleich den fünften Platz. Trotz leichter Verbesserung zahlen deutsche Haushalte im Durchschnitt weiterhin hohe Preise.
Deutschland gehört nach wie vor zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen weltweit. Laut einer Analyse von Verivox und Global Petrol Prices, über die der "Spiegel" berichtet, zahlen deutsche Privathaushalte im ersten Quartal dieses Jahres im Durchschnitt 38 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Damit liegt Deutschland auf dem fünften Platz, nur übertroffen von Bermuda, Dänemark, Irland und Belgien. Vor vier Jahren führte Deutschland diese Statistik noch an, was eine leichte Verbesserung darstellt, aber dennoch bleibt das Land ein Hochpreisland. Der globale Durchschnittspreis für Strom beträgt laut der Studie weniger als die Hälfte, nämlich 15 Cent je kWh. Teurer Strom in Deutschland ist vor allem auf gestiegene Netzentgelte, Steuern und Umlagen zurückzuführen, so Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Zudem beeinflussen hohe Gaspreise und steigende CO₂-Kosten den Strompreis spürbar, da Gaskraftwerke oft die Preise im Stromgroßhandel bestimmen, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichend Strom liefern. Die neue Bundesregierung hat versprochen, Abhilfe zu schaffen und den Strompreis für Haushalte und Unternehmen um mindestens fünf Cent pro kWh zu senken. Der Koalitionsvertrag sieht Maßnahmen wie die Senkung der Stromsteuer und Umlagen sowie das Deckeln der Netzentgelte vor. Im globalen Vergleich ist der Strom in Iran mit 0,35 Cent je kWh am günstigsten, zumindest vor dem Ausbruch des Kriegs mit Israel. Dahinter folgen Sudan und Äthiopien. Diese Vergleiche sind jedoch aufgrund der unterschiedlichen Kaufkraft der Menschen schwierig. Bereinigt um diesen Effekt belegt Deutschland Rang 22 von 143. Am teuersten ist der Strom in dieser Betrachtung in Sierra Leone und Kenia.
