
Skandal um gekaufte Doktortitel erschüttert die Türkei
n-tv
In der Türkei sind fast 200 Verdächtige angeklagt, weil sie im großen Stil Universitätsabschlüsse gefälscht haben sollen. Beobachter gehen davon aus, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist. Im Visier stehen auch der Vize-Verkehrsminister und seine zehn Abschlüsse.
Ein Staudammprojekt betreuen ohne Abschluss als Bauingenieur oder ein Teppichwäscher, der als Psychologe praktiziert - was absurd klingt, wurde in der Türkei offenbar zur Realität. Zahlreiche Dokumente, darunter nach offiziellen Angaben Universitätsabschlüsse und Führerscheine, wurden gefälscht und in Umlauf gebracht. Der Skandal erschüttert das Land seit Wochen - das Ausmaß ist bislang unklar.
Eine Betrügerbande verschaffte sich nach Angaben des Justizministeriums Zugangscodes von hochrangigen Beamten und konnte sich so Zugriff zu staatlichen Datenbanken verschaffen und diese manipulieren. Betroffen sind unter anderem die Kommunikationsbehörde BTK, das Bildungsministerium und zahlreiche Universitäten. Medien berichten von Hunderten gefälschten Diplomen, die im Umlauf sind. Die Regierung spricht lediglich von rund 60 und mehr als 100 gefälschten Führerscheinen.
