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Serbien reagiert auf Unruhe im Kosovo

Serbien reagiert auf Unruhe im Kosovo

DW
Tuesday, December 27, 2022 12:31:57 PM UTC

Angesichts der "komplizierten Lage" im Norden des Kosovo hat Serbien seine Armee in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Zuletzt hatten sich die Spannungen in der Region wieder verstärkt.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic habe "höchste Kampfbereitschaft" angeordnet, teilte Verteidigungsminister Milos Vucevic mit. Zuvor hatte bereits Generalstabschef Milan Mojsilovic erklärt, wegen der "komplizierten Lage" sei er von Vucic an die Grenze zum Kosovo entsandt worden.

Der Kosovo mit seiner mehrheitlich albanischen Bevölkerung hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, wird aber bis heute von der Regierung in Belgrad als abtrünniges Gebiet betrachtet. Sie bestärkt die serbische Minderheit im Norden des Kosovo bei ihren Versuchen, sich der Autorität der kosovarischen Regierung in Pristina zu widersetzen. Vermittlungsbemühungen der Europäischen Union hatten kein greifbares Ergebnis.

Im Norden des Kosovo gibt es seit Jahren Spannungen, die in jüngster Zeit wieder zunahmen. Die etwa 50.000 Serben dort erkennen die staatlichen Einrichtungen nicht an. Seit Wochen wird mit Straßensperren der Verkehr behindert. Internationale Besorgnis lösten auch nächtliche Schüsse auf Polizisten und ein Angriff auf Einsatzkräfte der EU-Mission Eulex mit einer Blendgranate aus.

Im Norden der geteilten Stadt Mitrovica errichteten militante Serben unterdessen eine Barrikade. Mehrere Lastwagen, die mit Steinen und Sand beladen sind, versperren seit dem Morgen einen der Zugänge zu einem von Bosniaken bewohnten Viertel, wie das in Mitrovica ansässige serbischsprachige Nachrichtenportal "kossev.info" berichtete. Es ist die erste Aktion dieser Art in der Stadt im Zuge der aktuellen Spannungen. Das Gebiet um Nord-Mitrovica wird fast ausschließlich von ethnischen Serben bewohnt und grenzt direkt an Serbien.

Serbiens Regierungschefin Ana Brnabic warnte erst kürzlich vor einer Eskalation der Situation. Beide Länder stünden "wirklich am Rande bewaffneter Konflikte", sagte sie. Für die Spannungen machte Brnabic die Führung in Pristina verantwortlich.

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