
Südkoreas Konservative im Aufwind
DW
Der Wahlkampf um die Nachfolge von Südkoreas Präsident Moon hat begonnen. Ein Wechsel zu einem Konservativen hätte starke außenpolitische Folgen. Martin Fritz aus Tokio.
In Südkorea ist der Startschuss für die Präsidentenwahl im März 2022 gefallen: Als erster ernsthafter Anwärter stieg Yoon Seok Youl (Artikelbild) in das Rennen ein. Knapp vier Monate nach seinem Rücktritt als Generalstaatsanwalt erklärte der 60-Jährige am vergangenen Dienstag, er wolle Nachfolger von Präsident Moon Jae In werden. Darauf warf am Montag (5.7.) Ex-Ministerpräsident Lee Nak Yon, ein früherer Chef der regierenden Demokratischen Partei, seinen Hut in den Ring. Das Bewerberfeld wird bald weiter wachsen. Auch Lee Jae Myung, Gouverneur der Provinz Gyeonggi und Schwergewicht der Demokratischen Partei, will sich um das höchste Staatsamt bewerben. Präsident Moon kann nicht mehr antreten, da die südkoreanische Verfassung nach fünf Jahren Amtszeit keine Wiederwahl erlaubt. In der kurzen Geschichte von Südkoreas Demokratie ist Yoon der erste Kandidat mit einer vorherigen Karriere als Staatsanwalt. Er hatte von 2016 an den Korruptionsskandal der früheren Präsidentin Park Geun Hye aufgearbeitet. Nachdem Präsident Moon ihn 2019 zum obersten Strafverfolger beförderte, ermittelte er wegen Korruption auch gegen Beamte und Helfer im Umfeld von Moon. Schließlich kam es wegen der Reform der Staatsanwaltschaft zum Zerwürfnis mit der Regierung. Im März gab Yoon sein Amt auf, um Politiker zu werden.More Related News
