
Raiffeisen Bank verdient in Russland prächtig
n-tv
Viele Unternehmen und Banken verabschieden sich nach dem Angriff auf die Ukraine vom russischen Markt. Andere ziehen nach. Die österreichische Raiffeisen Bank prüft dagegen seit fast 18 Monaten ihre Optionen. Und verdient in der Zwischenzeit gutes Geld, an das sie allerdings nicht herankommt.
Beim österreichischen Geldhaus Raiffeisen Bank International (RBI) zeigt sich fast anderthalb Jahre nach Kriegsbeginn erstmals ein deutlicher Geschäftsrückgang in Russland. Im zweiten Quartal schrumpfte der Gewinn der russischen Tochter um 28 Prozent auf 384 Millionen Euro zusammen, wie aus dem jüngsten Quartalsbericht hervorgeht. Im Vorjahr lag der Gewinn noch bei 534 Millionen Euro. Russland trug damit noch 35 Prozent zum operativen Ergebnis der RBI bei. Im Jahr davor belief sich der Beitrag auf 45 Prozent.
Bei der Betrachtung des Halbjahreszeitraums zeigt sich ein anderes Bild: In den ersten sechs Monaten erzielte die RBI noch mehr als die Hälfte ihres Konzerngewinnes von 1,24 Milliarden Euro in Russland. Wegen der Sanktionen kann die Bank diese Gewinne aber nicht aus Russland abschöpfen. An der Wiener Börse verloren die RBI-Aktien 3,4 Prozent.
Das Kreditvolumen, gemessen in Rubel, sei seit Kriegsausbruch um 35 Prozent reduziert worden, hieß es. Per Ende Juni waren rund 7,1 Milliarden Euro an Krediten vergeben, während es im Jahr davor noch 13,7 Milliarden Euro waren. Die Anzahl der SWIFT-Transaktionen in Euro sei zudem mittlerweile geringer als vor Kriegsbeginn. Allerdings stieg die Zahl der Kunden auf 3,2 Millionen nach 2,9 Millionen.
