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Putins Kriegswirtschaft läuft wie geschmiert - wie lange noch?

Putins Kriegswirtschaft läuft wie geschmiert - wie lange noch?

DW
Wednesday, February 22, 2023 05:21:15 PM UTC

Als Russland vor einem Jahr die Ukraine überfiel, antworteten westliche Staaten mit Sanktionen und Boykotten. Aber sprudelnde Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport halten dort die Wirtschaft weiterhin über Wasser.

In den Tagen nach dem Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 wurde die russische Wirtschaft ernsthaft erschüttert. Die westlichen Verbündeten unter Führung von USA und EU erließen Sanktionen gegen das Finanzsystem des Landes. Der Rubel sank auf ein Rekordtief im Verhältnis zum Dollar, Russlands Zentralbank verdoppelte die Rubel-Zinswerte und die Moskauer Börse wurde für einige Tage geschlossen.

Führende Politiker in der EU sprachen von "massiven und ernsthaften Konsequenzen" für Russland, Ökonomen sagten einen tiefen Fall des Bruttoinlandsproduktes (BIP) vorher. Aus Washington hörte man noch Wochen nach Inkrafttreten der Sanktionen: "Experten sprechen von einem 15-Prozent-Abschwung des BIP in diesem Jahr (2022), der die wirtschaftlichen Erfolge der vergangenen 15 Jahre zunichte machen wird."

So ist es nicht gekommen. Obwohl das vergangene Jahr für die russische Wirtschaft sehr schwer gewesen ist, hat sie sich doch deutlich besser geschlagen als vorhergesagt.

Ein klares Bild zu gewinnen, ist nicht möglich. Der Kreml hält seit der Invasion viele wichtige wirtschaftlicher Kerndaten unter Verschluss - bis heute. Der grundsätzliche Zustand der russischen Wirtschaft ist so nicht sicher zu beurteilen. Auf jeden Fall ist sicher: Der prophezeite wirtschaftliche Kollaps ist ausgeblieben.

"Man kann wohl sagen, dass der Rückgang der Wirtschaftskraft deutlich geringer ausgefallen ist als jene zehn bis 15 Prozent, von denen bei Beginn des Krieges die Rede war", sagte Alexandra Vacroux, Executive Director am Davis Center für Russland- und Eurasienstudien an der Harvard Universität zur DW. Sie glaubt, das russische BIP sei 2022 um drei bis vier Prozent gesunken. Das stimmt im Großen und Ganzen mit den Schätzungen der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) überein.

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