
Putin "will nicht verhandeln, er will bombardieren"
n-tv
Im Ringen um einen Frieden in der Ukraine sieht Kanzler Merz keine Bereitschaft bei Russlands Staatschef Putin. Dieser halte sich nicht an Verabredungen. Und auch ein direktes Gespräch mit ihm mache derzeit wenig Sinn. Im Gegenteil lehrten die bisherigen Erfahrungen, dass dies fatale tödliche Folgen haben könne.
Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert Russlands Präsident Wladimir Putin scharf. "Im Augenblick will der russische Präsident nicht verhandeln, er will bombardieren", sagte Merz im ntv Talk "Pinar Atalay". Putin halte Verabredungen nicht ein. US-Präsident Donald Trump habe mit telefoniert verabredet, dass es spätestens in zwei Wochen ein Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj gebe. "Und Putin hat sich an diese Verabredung nicht gehalten."
Ein persönliches Gespräch mit Putin lehnt Merz derzeit ab. "Ich überlege das natürlich. Ich sehe nur, dass im Augenblick jeder Versuch, mit ihm zu sprechen, in noch härteren Angriffen auf die Ukraine endet." Er habe darüber in der letzten Woche eine ziemlich heftige Auseinandersetzung mit Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban in Kopenhagen gehabt. "Er hat uns den Vorwurf gemacht, dass wir nicht verhandeln wollen." Er habe ihm gesagt, Orban sei letztes Jahr im Juli als EU-Ratspräsident in Kiew und dann in Moskau gewesen. "Die Antwort von Putin war die Bombardierung eines Kinderkrankenhauses in Kiew. Und das ist nicht der Weg, den ich gehen möchte." Dennoch zeigte er sich überzeugt: "Ich glaube, dass es einen Tag geben wird, an dem Putin zu Gesprächen bereit sein wird."
