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Putin schickt Ölpreise auf Rekordhoch, Börsen ins Minus

Putin schickt Ölpreise auf Rekordhoch, Börsen ins Minus

DW
Wednesday, February 23, 2022 05:13:55 AM UTC

Die Eskalation in der Ostukraine drückt die Kurse an den Börsen nach unten und lässt die Energiepreise weiter klettern. Für die deutsche Wirtschaft könnte der Frühjahrsaufschwung damit schwächer ausfallen.

Der Russland-Ukraine-Konflikt dominiert am Dienstag weiter das Geschehen an den Finanzmärkten. Russland will die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten anerkennen. Der russische Präsident Wladimir Putin ordnete zudem die Entsendung von Truppen in den umkämpften Osten des Landes an. Russland ist eines der wichtigsten Ölförderländer, entsprechend groß ist die Sorge vor einer Angebotsverknappung auf dem Weltmarkt.

Am Rohölmarkt zogen die Preise für den wichtigen Rohstoff weiter an. Brent-Öl aus der Nordsee verteuerte sich um bis zu 4,2 Prozent auf 99,38 Dollar pro Barrel. Der Ölpreis liegt damit nur noch wenige Cent von der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar entfernt, die zuletzt vor siebeneinhalb Jahren erreicht worden war. "Das Potenzial für eine Rally über 100 Dollar pro Barrel hat einen enormen Auftrieb erhalten", sagte Tamas Varga vom Ölmakler PVM. "Diejenigen, die auf eine solche Entwicklung gewettet haben, haben die Eskalation des Konflikts vorweggenommen."

In Moskau setzte sich der Einbruch der russischen Börse wegen der Eskalation im Ukraine-Konflikt nahtlos fort. Der RTS-Index sackte am Dienstagmorgen um fast neun Prozent auf 1101 Punkte ab. Damit steuert der Moskauer Leitindex auf den vierten Verlusttag in Folge und einen Gesamtverlust in diesem Zeitraum von mehr als einem Viertel zu.

Auch die Aktienmärkte in Fernost wurden durch die Verschärfung des Ukraine-Konflikts am Dienstag nach unten gezogen. "Wir sind einer militärischen Intervention sehr viel näher, was natürlich die Stimmung an den Märkten deutlich verschlechtern wird", kommentierte Carlos Casanova, leitender Asien-Ökonom bei der Bank UBP, die Entscheidung Putins.

In Tokio gab der Nikkei-Index 1,7 Prozent auf 26.450 Punkte nach. Die Börse in Shanghai lag ein Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,3 Prozent.

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