Pläne für Chinas "Super-Botschaft" in London stoßen auf Kritik
ProSieben
China plant die größte Botschaft Europas im Herzen Londons. Doch geschwärzte Pläne und Sicherheitsbedenken führen zu politischen Spannungen und lokalem Widerstand.
Die geplante chinesische Botschaft in London sorgt für erhebliche Kontroversen. Das Projekt, das auf dem Gelände des historischen Royal Mint Court nahe der Tower Bridge entstehen soll, ist aufgrund von geschwärzten Bauplänen, Sicherheitsbedenken und lokalem Widerstand ins Zentrum einer hitzigen Debatte geraten. China hatte das Gelände 2018 für 255 Millionen Pfund erworben. Mit einer Fläche von 20.000 Quadratmetern soll der Komplex die größte chinesische Botschaft in Europa werden. Doch Teile der eingereichten Pläne wurden geschwärzt, darunter Details über das Kellergeschoss. Dies hat bei britischen Behörden und Anwohner:innen erhebliche Fragen aufgeworfen. Die britische Regierung hat China aufgefordert, die geschwärzten Bereiche der Pläne bis zum 20. August offenzulegen. Angela Rayner, die stellvertretende Premierministerin und zuständige Ministerin, betonte: "Wir benötigen präzise und umfassende Angaben." Die geschwärzten Informationen betreffen insbesondere interne Bereiche des Gebäudes sowie einen geplanten Tunnel, der zwei Teile des Komplexes verbinden soll. Sicherheitsfachleute warnen, dass die Nähe der Botschaft zum Londoner Finanzdistrikt potenzielle Risiken birgt. Es gibt Befürchtungen, dass China den Zugang zu Glasfaserkabeln nutzen könnte, um sensible Daten abzugreifen. Auch Pro-Demokratie-Aktivist:innen aus Hongkong äußerten Sorgen. "Die chinesische Botschaft könnte genutzt werden, um politische Gegner:innen zu überwachen oder einzuschüchtern", so ein Sprecher gegenüber der BBC.
