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Olivenbäume in Gefahr: Dürre in Spanien treibt Preise

Olivenbäume in Gefahr: Dürre in Spanien treibt Preise

DW
Monday, May 08, 2023 05:21:29 PM UTC

Spaniens Oliven vertrocknen. Die Dürre im zweiten Jahr führt zu Ernteausfällen und hohen Preisen für Olivenöl und für andere Lebensmittel. Wird die Klimakrise zur Lebensmittelkrise?

"Herr, schick uns Wasser!" Die Bitte von Sebastián Chico, Bischof in der südspanischen Provinzhauptstadt Jaén, blieb bisher ungehört. Chico führte dieser Tage eine Prozession an, die sich von der Kathedrale durch Jaén bewegte. Viele Olivenbauern aus der Region nahmen an diesem religiösen Umzug teil, in dem die Menschen den Himmel um Regen baten.

Auch am Tag der Prozession brannte die Sonne auf die Olivenhaine der Umgebung. Seit Monaten gab es in der Provinz Jaén keine Niederschläge. Wenn nicht bald das erhoffte Wasserwunder eintritt, drohen schon das zweite Jahr in Folge riesige Ernteausfälle. Eine Katastrophe für die Bauern, die auch die Verbraucher zu spüren bekommen: Die ohnehin schon sehr hohen Preise für das Olivenöl werden weiter steigen.

"Ohne Wasser gibt es keine Oliven. Und ohne Oliven leidet die Provinz", predigt Bischof Chico. "Unsere Wirtschaft hängt von der Olivenproduktion ab." 66 Millionen Olivenbäume stehen im Hügelland Jaéns. In der Provinz leben 630.000 Menschen. Die Region ist das wichtigste Olivenanbaugebiet der Welt. Hier wird das Olivenöl für weite Teile Europas produziert.

Doch die Meteorologen haben keine guten Nachrichten für die Bauern. Spaniens Wassermangel, der nicht nur Jaéns Olivenfarmer, sondern weite Teile der spanischen Landwirtschaft in Bedrängnis bringt, wird vermutlich noch länger anhalten: Massive Regenfälle sind bis zum Herbst unwahrscheinlich, verkündet das staatliche Wetteramt Aemet. Klimaforscher warnen, dass sich Spanien auch langfristig auf höhere Temperaturen und weniger Niederschläge einstellen muss.

Jaéns Wasserdrama spiegelt sich in den Talsperren im Hinterland: Die Stauseen sind, jetzt im Frühjahr, nur noch zu 25 Prozent gefüllt. Das reicht zwar, um die Bevölkerung und die Touristen mit Trinkwasser zu versorgen. Aber für die Bauern wurde das Wasser, das sie dringend zur Rettung ihrer Olivenfelder brauchen, rationiert - sie bekommen lediglich ein Viertel der normalen Menge.

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