
Nosferatu-Spinne und Co. in Hessen auf dem Vormarsch - „Viele Ängste entstanden“
Frankfurter Rundschau
In Südhessen breiten sich neue Insekten, Vögel und Pflanzen aus, die aus Südeuropa und Asian stammen. Das liegt nicht nur am Klimawandel.
Frankfurt - Beim Kreisverband des Naturschutzbunds (Nabu) Darmstadt gab es in jüngster Zeit viele Anrufe wegen neuer Insekten, die wegen des Klimawandels gesichtet werden. Auch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) beobachtet, dass es „durch die Verschiebung der Klima- und Vegetationszonen zu Veränderungen der Artenzusammensetzung kommt“ – auch mit neuen Pflanzen und Vögeln müssen wir uns anfreunden.
„Besonders wegen der Nosferatu-Spinne sind viele Ängste entstanden“, sagt Nabu-Kreisverbandsvorsitzender Tino Westphal der Frankfurter Rundschau. Dass die mit ausgestreckten Beinen bis zu fünf Zentimeter große Spinne mit hell- und dunkelbrauner Zeichnung inzwischen flächendeckend in ganz Südhessen vorkommt, ist man sich beim Nabu sicher. Dies hätten zahlreiche zugesendete Handyfotos bewiesen, so Westphal. Ihr Name habe natürlich viel zu ihrem Gruselfaktor beigetragen.
In der Tat sei sie die einzige bei uns vorkommende Spinne, die uns Menschen mit ihren Beißwerkzeugen verletzen könne. Dies sei allerdings nicht mal so schlimm wie ein Bienenstich. Und passiere auch nur, wenn man sie in die Enge treibe oder quäle. „Deswegen sollte man sie vorsichtig aus dem Haus delegieren oder sie sitzen lassen“, rät Westphal. Jetzt zur kalten Jahreszeit suche sie wie andere Hausspinnen in Schuppen und Kellern Schutz vor dem Winter.
Eigentlich stammt die Nosferatu-Spinne aus der Familie der Kräuseljagdspinnen aus dem Mittelmeerraum. Durch Verschleppung und die globale Erwärmung breitet sie sich nun auch in Mitteleuropa aus.
Auch die Gottesanbeterin ist inzwischen „überall auf unseren Feldern anzutreffen“, sagt Westphal. Dies bewiesen viele Bilder. Das warme, trockene Klima sei optimal für das Insekt aus der Familie der Fangschrecken. „Sie ist eine hochvisuelle Jägerin, die sich hier gut halten kann.“ Dabei fresse sie alles, was ihr vor die Nase laufe. Ihren Namen verdankt die Gottesanbeterin der Haltung ihrer vorderen Fangarme während des Lauerns auf Beute, die an eine Gebetsposition menschlicher Hände erinnert.













