
Neue Seidenstraße: Argentiniens riskanter Flirt mit China
DW
Chinas Engagement in Argentinien wirft gleich mehrere Fragen auf: Wie steht es um die Nachhaltigkeit der chinesischen Investitionen, dem Interesse an den Bodenschätzen und der Gefahr einer Neuverschuldung?
Die von der argentinischen Regierung angekündigte Strategie zur Erweiterung der Wirtschaftsbeziehungen mit China, die chinesische Investitionen in Höhe von mehr als 23,7 Milliarden Dollar vorsieht, und die Schaffung eines gemeinsamen Rahmens, der "inklusiv ist und zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt", kommt inmitten einer schweren Wirtschaftskrise, die dem südamerikanischen Land mit einer Inflation von über 50 Prozent im vergangenen Jahr hart zusetzt.
Mit seiner globalen Strategie - bekannt unter dem Namen Neue Seidenstraße - will Peking ein weltumspannendes Netz enger Wirtschaftsbeziehungen knüpfen. Dabei betrachtet China Argentinien als ein Land, das im großen Umfang Zugang zu natürlichen Ressourcen und Nahrungsmitteln bietet. Argentinien ist das zwanzigste lateinamerikanische Land, das sich dem Seidenstraßenprojekt (Belt and Road Initiative) anschließt.
Zum Abkommen gehört auch ein sogenannter Währungsswap (Devisentauschgeschäft), den China mit verschiedenen Ländern in der ganzen Welt abgeschlossen hat. Er soll den beiderseitigen Handel erleichtern, da mit den nationalen Währungen gearbeitet wird, in diesem Fall in Peso und Yuan.
"Da der Handel in den nationalen Währungen beider Länder und nicht in Dollar abgewickelt wird, spart Argentinien dadurch große Summen an zusätzlichen Kosten", so Federico Foders, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kiel, gegenüber der DW. Er fügt hinzu, dass "China daran interessiert ist, immer mehr Länder als Mitglieder in seine neuen Banken aufzunehmen, um sich von der hegemonialen wirtschaftlichen Macht der USA zu befreien".
Argentinien ist eines der acht lateinamerikanischen Länder, die der Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB) beigetreten sind. Die anderen Mitglieder sind Peru, Venezuela, Bolivien, Chile, Ecuador und Uruguay.
