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Nach Bayern-Sieg: Patt an der Tabellenspitze

Nach Bayern-Sieg: Patt an der Tabellenspitze

DW
Sunday, March 13, 2022 08:22:29 PM UTC

Der FC Bayern siegt hochverdient gegen Hoffenheim, auch der VfL Wolfsburg zeigt eine starke Leistung. Die beste Torjägerin der Frauen-Bundesliga verletzt sich schwer und in Mexiko steht der Frauenfußball für Aufbruch.

Wer auf eine Vorentscheidung im deutschen Titelkampf wartet, muss sich weiter gedulden. Die beiden Spitzenklubs FC Bayern und VfL Wolfsburg sind dem Rest der Liga dermaßen überlegen, dass sie schlicht keine Punkte abgeben. Mit 4:2 siegten die Münchenerinnen hochverdient im Spitzenspiel gegen Hoffenheim. Sehr unterhaltsam war die Partie weniger aufgrund der mühsamen Gegenwehr Hoffenheims, sondern vor allem, weil die Bayern eine Torchance nach der anderen liegen ließen. Das Team kann sich derzeit fast nur selbst schlagen. "Wir müssen einfach eiskälter vor dem Tor sein", klagte Lina Magull anschließend. "So machen wir es nach hinten raus unnötig spannend."

Ansonsten aber konnte Magull zurecht feststellen, dass "wir in allen Belangen überlegen waren". Präzise Steilpässe, hohes Pressing und eine beneidenswerte Offensive um die starke Linda Dallmann: Beim FC Bayern geht man mit dem klub-üblichen Überlegenheitsgefühl in die entscheidenden Wochen. Hoffenheim rutscht durch die Niederlagenserie auf Platz fünf. Gut gerüstet darf sich indessen auch der VfL Wolfsburg fühlen, der gegen den 1. FC Köln beim 5:1 eine spielerisch herausragende Leistung zeigte. Weitere gute Nachrichten: Der VfL kann langsam wieder auf die nach Langzeitverletzung zurückkehrende Alex Popp setzen. Und er hat noch ein Nachholspiel gegen Sand in der Hinterhand.

So kann man mal seinen Einstand machen: Sveindis Jane Jonsdottir, die 21-jährige Isländerin, feierte ihr Startelf-Debüt für Wolfsburg, spielte auf der linken Offensivseite die Kölnerinnen ein ums andere Mal schwindelig und erzielte gleich noch die ersten beiden Treffer. Mit 14 bereits spielte Jonsdottir in Island in der zweiten Liga. Man hält sie für ein Riesentalent. Eine Musterkarriere der Leistungskultur, die aber charmant durchbrochen ist - die Isländerin wirkt nämlich tatsächlich so, als hätte sie ziemlich viel Spaß auf dem Platz. Aus deutschen Gefilden hingegen kommt zwar ein steter Strom solider bis talentierter Spielerinnen, aber Wow-Momente sind selten dabei. Was sich auch in den Ergebnissen des Nationalteams widerspiegelt.

Es war natürlich kein ganz normaler Spieltag in der MX Femenil. Wenige Tage zuvor hatte die mexikanische Frauenliga bekannt gegeben, dass die Partie zwischen Queretaro und Atlas am Freitag nicht stattfinden würde. Über die Gründe gab es keine Angaben, und doch waren sie offensichtlich: Einige Tage zuvor war es bei derselben Paarung in der Männerliga zu historischer Gewalt auf den Rängen gekommen. Zahlreiche Videos von Männern, die auf teils schon reglose Opfer einprügelten, hatten weltweit für Erschrecken gesorgt. Möglicherweise handelte es sich um die Auswüchse eines Kartellkrieges. Mexiko, einer der Gastgeber der Männer-WM 2026, hat im Lichte der Weltöffentlichkeit reflexhaft Härte demonstriert. Queretaro spielt nun ein Jahr lang vor leeren Rängen, und seltsamerweise machte man daraus eine Kollektivstrafe, die auch die Frauen trifft.

Die stehen derzeit auf dem siebten Platz der MX Femenil, jener hoch interessanten Liga, die in Europa kaum auf dem Radar ist. 2017 gegründet, hat sie sich innerhalb weniger Jahre zur Plattform feministischen Aufbruchs in Mexiko entwickelt. Vielen Klubs, so die spanische Zeitung "El Pais", sei es gelungen, Fans aus dem Männerfußball zu mobilisieren. Regelmäßig werden hier Publikumsrekorde im Klubfußball der Frauen aufgestellt. Das Finale im Dezember - die MX Femenil ist eine Playoff-Liga, die halbjährlich Meisterinnen kürt - sahen mehr als 34.000 Fans. Zahlen, von denen man in Deutschland nur träumen kann. Und auch die Meisterinnen sind hoch interessant: Die Rayadas vom CF Monterrey, die aktuell wieder die Tabelle anführen, stammen aus der Stadt mit den meisten Femiziden des Landes. Es sei kurios, schreibt Mexiko-Korrespondent Diego Mancera, dass gerade die Stadt, die am heftigsten von Macho-Gewalt erschüttert werde, die beiden populärsten und besten Frauenteams des Landes, die Rayadas und die Tigres, hervorbrachte. Ein Widerstand. Auch, weil in Monterrey, dem industriellen Herz des Landes, eine Art US-Investmentkultur herrsche: wo Potenzial ist, wird investiert.

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