
Mit dem abgelegten Namen auf dem Wahlzettel – „schmerzvoll und erniedrigend“
Die Welt
Auf den Wahllisten zum Bundestag treten gleich mehrere Transmenschen an. Darunter ist auch Tessa Ganserer, sie ist die erste Politikerin in Deutschland, die sich bereits während ihrer Amtszeit geoutet hat. Auf dem Wahlzettel steht aber noch ihr abgelegter Name.
„Wer Tessa will, muss Ganserer wählen“ – steht in dicker weißer Schrift auf den grünen Wahlplakaten. Darauf zu sehen ist eine Frau mit langen blonden Haaren, die sie auf einer Seite lässig hinters Ohr geschoben hat. Fröhlich lächelt sie in die Kamera.
Trotzdem ist die Nürnberger Bundestagskandidatin Tessa Ganserer alles andere als glücklich über die Plakate. Diese sind nur eine Notlösung. Denn auf dem Wahlzettel steht Ganserer mit einem anderen Vornamen – dem männlichen Vornamen Markus, den die 44-Jährige vor fast drei Jahren abgelegt hat und mit dem sie sich nicht identifiziert. Tessa steht lediglich in Klammern. „Das ist für mich sehr schmerzvoll und erniedrigend“, sagt sie.

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












