
Minister fordert günstigen Ladestrom bei Überproduktion
n-tv
Niedersachsen produziert laut seinem Umweltminister meist mehr Ökostrom als verbraucht wird. Verbraucher sollen davon profitieren.
Osnabrück (dpa/lni) - Bei einer Überproduktion erneuerbarer Energie sollen nach Willen von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer E-Autofahrer von günstigeren Ladepreisen profitieren. Das forderte der Grünen-Politiker im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". An 95 Prozent aller Tage im Jahr gebe es in Niedersachsen einen Überschuss an Wind- oder Sonnenstrom. "Es kostet viel Geld, den Strom wegzuwerfen", so Meyer.
Meyer sagt beispielhaft: "Das Laden eines E-Autos in Ostfriesland muss günstiger werden, wenn zu viel Strom im Netz ist". Das wäre sozial gerecht und würde auch der Wirtschaft helfen. Meyer hob in dem Zusammenhang auch den Ausbau der erneuerbaren Energien in Niedersachsen hervor. "Im Norden brauchen wir keine fossilen Reservekraftwerke".
Die sind allerdings in anderen Bundesländern geplant - zum Unmut des Grünen-Politikers. "Wenn andere Länder so stark auf Erneuerbare gesetzt hätten wie wir im Norden oder die Stromleitungen nach Bayern endlich fertig wären, müssten wir jetzt nicht mit bis zu 32 Milliarden Euro fossile Reservekraftwerke im Süden finanzieren", sagte er. Es könne nicht sein, "dass wir mit zusätzlichen Abgaben auf Ökostrom für die Versäumnisse von Herrn Söder beim Windenergieausbau büßen und teures Gas aus den USA einkaufen müssen".
