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Mindestens 43 Migranten sterben bei Bootsunglück vor Süditalien

Mindestens 43 Migranten sterben bei Bootsunglück vor Süditalien

DW
Sunday, February 26, 2023 12:33:46 PM UTC

Die Leichen wurden vor der Küste Kalabriens gefunden. Das völlig überladene Boot der Flüchtlinge war bei schwerem Seegang auseinandergebrochen. Rettungskräfte befürchten, dass die Zahl der Opfer weiter steigt.

Bei einem Bootsunglück vor der süditalienischen Küste sind mindestens 43 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Das Boot sank am frühen Morgen vor der Küste nahe der Gemeinde Cutro in der Provinz Crotone in Kalabrien. Laut der Nachrichtenagentur AGI ist unter den Toten auch ein "wenige Monate altes Neugeborenes".

Die Opferzahl könnte nach Medienberichten noch deutlich steigen, weil viele Leichen noch nicht aus dem Meer geborgen seien. Die Suche nach den Vermissten wird durch starken Wellengang erschwert. Die Nachrichtenagentur Ansa meldete, es gebe rund 80 Überlebende. Diese hätten berichtet, dass sich mindestens 150 Menschen auf dem Boot befunden hätten. 

Wie weiter berichtet wurde, waren die Migranten auf einem Fischkutter unterwegs. Das überladene Boot sei dann bei schwerem Seegang an einem Felsen zerschellt. An Bord hätten sich Menschen aus dem Iran, aus Pakistan und Afghanistan befunden. Die italienischen Behörden teilten inzwischen mit, dass die Flüchtlinge vor Tagen in Izmir in der Türkei gestartet wären.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte sich betroffen. Ihre Regierung sei entschlossen, irreguläre Migration zu stoppen, um weitere Tragödien zu vermeiden. Innenminister Matteo Piantedosi erklärte, es sei unabdingbar, die Überfahrten über das Meer zu stoppen. Sie böten den Migranten die "Illusion eines besseren Lebens" in Europa, bereicherten Menschenhändler und verursachten "Tragödien wie die heutige".

Italien ist wegen seiner geografischen Lage besonders häufig ein Ziel von Migranten, die von Nordafrika nach Europa gelangen wollen. Im vergangenen Jahr kamen etwa 105.000 Migranten in Italien an, auch dieses Jahr wurden bereits mehr als 13.000 Ankünfte gezählt. Bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen ertrunken. Ein neues Gesetz der rechten Regierung von Meloni erschwert die Arbeit ziviler Seenotretter. Die Flüchtlinge und Migranten sind oftmals in wenig seetauglichen Booten und Schiffen unterwegs. 

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