
Meyer Burger: Insolvenzantrag für Standort Thalheim
n-tv
Der Schweizer Solarhersteller Meyer Burger beantragt die Eröffnung von Insolvenzverfahren für die deutschen Tochtergesellschaften. Betroffen auch der Standort in Thalheim - vier Jahre nach dem Start.
Thalheim/Thun (dpa/sa) - Der Solarhersteller Meyer Burger hat für seine deutschen Tochtergesellschaften jeweils die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Betroffen ist in Sachsen-Anhalt die Solarzellenfertigung Meyer Burger Industries in Thalheim, das zu Bitterfeld-Wolfen gehört. An dem Standort arbeiten dem Unternehmen zufolge 331 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Erst am 1. Mai hatten sich Geschäftsleitung und Betriebsrat auf die Einführung von Kurzarbeit geeinigt. Meyer Burger kämpft schon seit Jahren mit Finanzschwierigkeiten.
Eine Sanierung zum Erhalt der Standorte sei bislang nicht erfolgreich gewesen, teilte das Unternehmen am Samstagabend in Thun in der Schweiz mit. "Sie sollen nun im Rahmen der Verfahren gemeinsam mit einem gerichtlich zu bestellenden vorläufigen Insolvenzverwalter fortgesetzt werden", hieß es. Neben dem deutschen Standort in Sachsen-Anhalt gibt es einen weiteren in Sachsen. Bei Meyer Burger Germany in Hohenstein-Ernstthal arbeiten aktuell 289 Menschen im Maschinenbau und in der Technologieentwicklung.
Armin Schenk (CDU), seit 2017 Oberbürgermeister von Bitterfeld-Wolfen, nannte die aktuellen Entwicklungen "bedauerlich und bedrückend". "Das ist ein bitterer Tag für Thalheim, Bitterfeld-Wolfen, Deutschland und Europa. Die Menschen arbeiten mit einem gewissen Spirit dort und tragen die Visionen von einst mit", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Schenk hofft demnach auf das Insolvenzverfahren. "Das ist Zukunftstechnologie", sagte er.
