
Messerangriff in Flüchtlingsunterkunft - Angeklagter gesteht
n-tv
Im Prozess um den tödlichen Messerangriff in einer Flüchtlingsunterkunft hat der Angeklagte die Tat vor Gericht eingeräumt. Doch ließ er auch die Vorgeschichte schildern - aus seiner Sicht.
Schwerin (dpa/mv) - Knapp zehn Monate nach dem tödlichen Messerangriff in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Nordwestmecklenburg hat am Landgericht in Schwerin der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Die Staatsanwaltschaft legt dem 47-jährigen aus der Türkei stammenden Mann Totschlag zur Last.
Laut Anklage soll er Anfang Dezember 2024 in der gemeinsam bewohnten Unterkunft in Beckerwitz nahe Wismar mehrfach mit einem Küchenmesser auf einen 50-jährigen Afghanen eingestochen und dabei wichtige Blutgefäße verletzt haben. Das Opfer sei noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte verblutet, hieß es. Die Tatwaffe habe eine etwa 20 Zentimeter lange Klinge.
In einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung gab der Angeklagte die folgenschwere Messerattacke zu. Schon zuvor habe es immer wieder Auseinandersetzungen gegeben, unter anderem im Streit um die Verteilung der Zimmer in der von drei Flüchtlingen unterschiedlicher Nationalität bewohnten Wohnung. An dem Abend sei der Konflikt nach fortwährenden Beleidigungen gegen ihn und seine Familie eskaliert, ließ der Angeklagte mitteilen. Er habe ein Telefonat mit seiner Frau abbrechen müssen.
