Merz: Unterstützung für Israel unverhandelbar
ProSieben
Nur fünf Jahre nach dem Holocaust gründete sich der Zentralrat der Juden in Deutschland – für den Kanzler ein Grund zum Feiern. Doch die Gegenwart macht auch ihm Sorgen.
Trotz eigener Kritik an der Regierung von Benjamin Netanjahu hat Bundeskanzler Friedrich Merz die unverbrüchliche Unterstützung Deutschlands für den Staat Israel bekräftigt. Das sei unverhandelbar, sagte Merz bei einer Feier zum 75. Jubiläum des Zentralrats der Juden in Deutschland. Dort appellierte Zentralratspräsident Josef Schuster an Merz, nicht von Israel abzurücken. Merz hatte zuletzt das israelische Vorgehen im Nahost-Konflikt kritisiert und den Export von Waffen an Israel eingeschränkt. Dagegen hatte Schuster damals protestiert und gefordert, die Entscheidung zu revidieren. Nun sagte der Zentralratspräsident, nicht alle Entscheidungen der Regierung Netanjahu seien nachvollziehbar, mit Äußerungen einiger israelischer Kabinettsmitglieder haderten auch Juden außerhalb Israels. Doch müsse Deutschland für Israels Sicherheit einstehen, unabhängig davon, wie der Regierungschef heiße. "Deutschland muss klar an der Seite Israels stehen", forderte Schuster. Darauf ging Merz in seiner Festrede ein. Kritik an der israelischen Regierung müsse möglich sein, sagte Merz. Doch grenzte er sich gegen "Israel-Kritik" ab, die immer öfter als Vorwand für Antisemitismus diene.
