
Meinung: Die kubanischen Behörden haben Angst vor uns
DW
Das wahre Kuba hat sich noch weiter von dem Land entfernt, das in den offiziellen Medien propagiert wird. Die Wut der Bevölkerung wird immer größer, meint Yoani Sánchez.
Keiner in der Warteschlange spricht. Eine Frau schaut auf die Spitze ihres Schuhs und ein junger Mann trommelt mit den Fingern auf die Wand. Einige Tage sind vergangen, seit die Kubaner in einem in den letzten 62 Jahren beispiellosen Protest auf die Straße gingen, und die Empörung durchdringt jeden Raum. In dem Maße, wie Bilder von Polizeibrutalität, mehr Zeugenaussagen von Müttern, deren Kinder seit jenem Sonntag vermisst werden, und Videos von militarisierten Städten auftauchen, wächst die Verärgerung der Bevölkerung. Jeder, der die Insel vor diesem historischen Datum nicht kannte, könnte sagen, dass es den Behörden gelungen ist, die Situation unter Kontrolle zu bringen und dass auf den Straßen Kubas wieder Ruhe herrscht. In Wirklichkeit ist diese scheinbare Ruhe jedoch nichts anderes als Angst, Wut und Schmerz. In Havanna ist die Spannung in der Luft zu spüren und überall stehen Polizisten, Militärs und regierungsfreundliche Zivilisten mit improvisierten Knüppeln in den Händen.More Related News
